Es hat mich schon immer beschäftigt, länger allein zu segeln. 2016, bei meinem ersten Herbsttörn in der Adria, habe ich auf dem Rückweg meine Mannschaft „verloren“ und musste von Pula zurück nach Lignano Einhand segeln. Später bin ich von Lignano regelmäßig allein raus, um bestimmte Manöver zu üben oder vor Anker draußen zu übernachten. Im Sommer 2024 bin ich mit dem Salty die 350 Meilen – von Zadar nach Dubrovnik und zurück – Einhand gesegelt.. Ein paar Überlegungen und Tips aus diesen Erfahrungen habe ich hier zusammengestellt.
PS: Ich freue mich natürlich über Rückmeldungen, eure Tips und beantworte gern Fragen.
Zur Inhaltsübersicht:
- Persönlichee Sicherheit
- Hafen, Boje oder Anker?
- Was tun, wenn man mal länger unter Deck muss?
- Essen und Trinken
- Einsamkeit und Frustration
- Segel Manöver
- Welche Fender wo?
- Fender abbinden oder dran lassen?
- Den Anker sichern oder nicht?
- Kannst Du eine eine Leine werfen?
- Rückwärts An- und Ablegen
- Seitlich Anlegen / Ablegen
- Wie mache ich allein an einer Boje fest?
- Ein Tip zum Ablegen von der Boje
- Quellen, Tipps und Links zum Weiterlesen
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Persönlichee Sicherheit
Wenn man allein mit dem Schiff unterwegs ist, ist das größte Sicherheitsthema das Verlassen des Cockpits. Um die Fender vorzubereiten, den Anker klarzumachen oder das Großsegel zu setzen oder zu bergen (bei meinem Lazy Bag System), besteht die Gefahr, dass man über Bord geht. Beobachtet das keiner, wird das Schiff nicht angehalten und kein Notruf abgesetzt. Niemand wird dich rechtzeitig finden.
- Wenn ich beim Einhand-Segeln das Cockpit verlasse, trage ich einen AIS-Mann-über-Bord-Sender.
- Ab Windstärke 5 und in der Dunkelheit trage ich Rettungsweste und Rettungsgurt.
- Zum Bergen meines Großsegels verlasse ich normalerweise das Cockpit. Um das zu vermeiden, habe ich eine extra Leine, die ich am Segelkopf anbringe und ins Cockpit zurückführen kann. Mit ihr ziehe ich das, was nach dem Lösen des Großfalls nicht in den Lazy Bag rauscht, herunter.
- Seit einer schwierigen Erfahrung 2016 habe ich drei Reffs im Groß. Die Wahrscheinlichkeit, dass man bei stürmischem Wind das Segel ganz bergen muss, ist dadurch geringer.
- Ich reffe zeitig
Hafen, Boje oder Anker?
Wenn man allein unterwegs ist, braucht man auch mal einen Platz, um sich auszuruhen. Man muss sich neu sortieren, mit Wetter und Wind einen Plan für die nächsten Tage machen. Auch die Einsamkeit macht einem irgendwann zu schaffen.
Ich plane meistens so, dass ich zwei Tage auf See bleibe und am dritten Tag nach einem geeigneten Hafen Ausschau halte. Das ist in der Adria meistens kein Problem. Es gibt viele kleine Orte mit Gästepier und hunderte von Konobas, wo man rückwärts Anlegen kann. Für Zwischenstopps versuche ich zu ankern oder alternativ eine Boje zu nehmen.
Bei der letzten Reise nach Dubrovnik hatte ich so viel Arbeit mit Bojen (rückwärts Fangen, zweite Leine belegen, vielleicht noch eine Landleine ausbringen, morgens Tauchen, um die Leinen zu entwirren), dass das Ankern für mich das viel einfachere Manöver war.
Und je länger ich Einhand unterwegs war, um so einfacher fand ich übrigens Hafenmanöver. Der Rückwärtsanleger an einen Steg mit Moorings – Fender rauswerfen, Achterleinen klarmachen und einen guten Anleger fahren. In der Regel steht ein Marinero da, der die Leinen annimmt und die Mooring rüberreicht. Und bisher habe ich noch in jedem Hafen jemanden getroffen, der ein Bier mit mir trinken wollte ;-)
Was tun, wenn man mal länger unter Deck muss?
Unter Motor oder bei gesetzten Segeln kann man mit dem Autopilot einfach Kurs halten und langsam auf See tuckern. Möglichst nicht in der Zugbahn anderer Schiffe fahren. Auch das Seegebiet vorher gründlich absuchen und das AIS einschalten.
Um Kollisionen zu vermeiden und falls der Autopilot mal aufgibt, versuche ich eher:
- Unter Motor kurz zu ankern – wenn die Möglichkeit besteht.
- Unter Segeln das Schiff beizulegen – bitte nicht vor einer Küste mit auflandigem Wind.
Essen und Trinken
Es ist wichtig, beim Segeln regelmäßig zu trinken und etwas Sinnvolles zu essen parat zu haben. Ich bereite oft eine Kanne Tee vor, lege Wasser bereit und sorge dafür, dass ich schnell etwas Essbares greifen kann: Äpfel, Bananen, Nüsse, einen italienischen Notkeks oder ein vorbereitetes belegtes Brötchen. Für längere Zeit habe ich immer Suppen in Dosen an Bord, die sich schnell aufwärmen lassen.
Auch sehr wichtig ist das morgendliche „Rum-Opfer“ an Rasmus, sonst wird es nichts mit dem Wind.
Einsamkeit und Frustration
Zuviel Einsamkeit tut mir nicht gut. Das weis ich aus Erfahrung. Ich brauche den Austausch mit Anderen. Frage mich wie Andere es schaffen wochenlang allein auf See zu sein.
Und auch wenn man eine sehr schöne Einhand Reise hatte, „Abenteuer“ bestanden und auch hier und da nette Menschen kennen gelernt hat.. man kann das mit niemanden wirklich teilen.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mich fühlte, als ich mit einer Leine in der Schraube plötzlich fest sass. Es war der erste lange Einhand Segeltag 2024. Ich hatte auf dem Weg von Ugljan zur Insel Zirje schon 50 Meilen auf der Uhr. Ich war ohne Erfolg bestimmt 20 mal Tauchen, um das Schiff von der Leine zu befreien. Hilfe war zunächst nicht in Sicht. Ich hing da fest, war total erschöpft, verzweifelt und frustriert. So was kann passieren, wenn man seine Komfortzone verlässt und .. am nächsten Tag sah alles schon wieder anders aus. Ich konnte in Frieden weiter ziehen.
Ich habe kein Rezept gegen Frustration, wenn es mal Dicke kommt.. außer vielleicht mein Spruch.. „das ist alles Seefahrt“. Gehört dazu ;-)
Gegen die Einsamkeit gehe ich in der Regel alle 3 Tage in einen Hafen. Unter Seglern.. findet man oft völlig zwanglos ein nettes Gespräch, ein Bier oder gar Menschen mit denen man sich wirklich gut versteht. Am Ende mal etwas unternimmt oder was zusammen isst.
Segel Manöver
Beim Segel setzen, reffen oder bergen gibt es aus meiner Sicht keinen speziellen Einhand Segel Empfehlungen. Sicher ist ein Roll-Groß (wenn die Leinen ins Cockpit geführt sind), dem Lazy Bag System etwas überlegen. Das Reffen / Ausreffen ist einfach und zum Bergen des Großsegels muss man nicht das Cockpit verlassen. Auf der anderen Seite kann ich beim Lazy Bag mein Segel sehr schnell fallen lassen. Ich beschreibe meine Technik, basierend auf meinem Lazy Bag System trotzdem kurz.
Segel setzen
Der Segelsack ist bereit offen, beim Einhand Segeln lasse ich ihn den ganzen Törn auf
- Schiff in den Wind stellen, Kurs mit Autopilot fixieren
- Cockpit verlassen zum Aushängen des Großfalls am Mast
- Im Cockpit Großsegel setzen
- abfallen zum geplanten Kurs
- danach Genua ausrollen
- Segel zum Kurs gut einstellen, Motor aus
Segel bergen
- Motor an, Genua wegrollen
- Großsegel dicht holen, Vorwärts Gang mit moderater Geschwindigkeit
- Kurs zum Wind setzen und am Autopilot fixieren
- Segel mit Grossfall in den Lazy Bag rauschen lassen
- entweder Cockpit verlassen, um den Rest des Großsegels runter zu ziehen und das Großfall amMast wieder einhängen .. oder
- den Rest des Grosssegels mit der Sorgleine am Segelkopf aus dem Cockpit herunter ziehen und bellegen
Wichtig beim Aufschiessen / aufräumen der Leinen etc. ich lasse die herausgezogenen Reffleinen am Mast einfach liegen. Damit kann man allein viel unkomplizierter später wieder Segel setzen.
Reffen / Ausreffen
Zum Reffen / Ausreffen gehe ich mit Salty immer auf einen guten Am-Wind Kurs den der Autopilot hält. Das Großsegel kann dann so weit aufgefiert werden, bis es im Wind flattert. Quasi steht dann nur das Großsegel im Wind, während uns die Genua weiter zieht. Dannach kann „normal“ gerefft oder ausgerefft werden. Anschliessend geht man zum gewünschten Kur zurück. Hier habe ich Richtig Reffen genauer beschrieben.
Beiliegen oder auch Beidrehen des Schiffes
.. bringt Ruhe an Bord. Wenn man allein ist und mal nen Pause braucht. Oder wenn beim Harten Segeln die Crew mal ne Pause braucht.
In einer Essenz.. man macht eine Wende, lässt die Fock aber back stehen und öffnet das Groß..lässt es auswehen. Nun stellt man das Ruder gegen die back stehende Fock und belegt es. Der Wind dreht via Fock das Schiff in die eine Richtung und das Ruder drückt dagegen. Wie sehr man das Ruder einschlagen muss, oder ob das Groß ganz ausweht. Muss man ausprobieren. Söhnke Röver hat zum Beidrehen auf blauwasser.de einen gute Beschreibung veröffentlicht.
Welche Fender wo?
Ich habe beim An- und Ablegen immer vier normale Fender gut verteilt und achtern zwei dickere Kugelfender je rechts und links. Damit ist das Schiff rund herum gut geschützt und ich benötige keinen „laufenden Fender“.
Fender abbinden oder dran lassen?
In der deutschen Segeltradition gehört es sich, seine Fender auf See abzubinden. Macht man das nicht, schleudern sie bei Wetter umher, scheuerm an der Bordwand und belasten die Reling. Bei uns bringen wir die Fender nach achtern ins Cockpit und binden sie innen an den Heckkorb. Einhand habe ich festgestellt, dass das ganz schön viel Arbeit ist.
Abhängig vom Seegang steigt auch die „Gefahr“, dass man unbemerkt über Bord kippt. Ich habe mir deshalb angewöhnt die Fender bei Tagestörns nicht abzubinden. Ich lege Sie an Deck, so dass ich sie mit dem Fuss leicht wieder raus kicken kann. Hat bei mir bisher bei bis zu 5 Windstärken gut funktioniert. Einziger Nachteil.. sie stören, wenn man nach vorn muss.
Italiener haben dafür eine andere Lösung. Sie haben unten an ihren Fendern eine Leine um die Fender an der Reling schräg nach hinten fest zu binden bzw. mit Gummistrop und Haken einzuhängen.
Den Anker sichern oder nicht?
Normalerweise ist unser Anker mit einem Bändsel gesichert. Einhand fahre ich den Anker ungesichert. So kann ich den Anker jederzeit von Achtern fallen lassen.
Kannst Du eine eine Leine werfen?
Reiner hat mir vor Jahren gezeigt, wie man eine Leine richtig wirft. Ich glaube, es ist wichtig, dass mindestens ein weiteres Crew-Mitglied beim Anlegen sicher eine Leine werfen kann. Nicht immer wartet ein Marinero im Hafen. Und auch beim Seitenanleger an Tankstellen oder Zollstegen ist man als Crew in der Regel auf sich allein gestellt. Natürlich ist das beim Einhandsegeln eine wichtige Fertigkeit.
Rückwärts An- und Ablegen
Ich nutze zum rückwärts Anlegen (Heck am Pier) kurze Achterleinen, da man sie schneller durchziehen kann. Sie sind bei mir nur 12 m lang.
Anlegen mit dem Heck zur Pier (mit Mooring Leinen am Bug)
In der Regel drehe ich mein Schiff schon am Eingang des Hafens und fahre im Hafen erst mal Rückwärts – möglichst gegen den Wind. Habe ich den Marinero entdeckt und verstanden, wo mein Platz ist, entscheide ich abhängig vom Wind weiter.
- Schiff ordentlich gefendert
- beide Achterleinen an der Klampe befestigt und wurfbereit
- Bootshaken zur Übernahme der Mooring liegt bereit
- nach dem Aufstoppen in der Box, übergebe dem Marinero die luv-wärtige Achterleine
- er macht sie an der Pierklampe fest und gibt sie zunächst nicht zurück
- Vorwärtsgang einlegen und in die Leine eindamfen, bis das Schiff gerade und stabil ist
- Vorwärtgang beleibt drin. Ich übernehme die luvwärtige Mooringline. Ziehe sie beim Laufen nach vorn gut ab, damit sie hinter mir ins Wasser fällt und nicht in die Schraube gelangt. Ich weiß, das ist nicht ideal. Wenn wenig Wind ist, mache ich es im Leerlauf und beeile mich mit dem Belegen.
- Vorwärtsgang raus
- ich hole die luvwärtige Achterleine an Bord
- ich übergebe ich die andere Achterleine und hole sie zurück an Board
- ich übernehme die andere Mooringleine und belege sie
- nun lege ich den Rückwärtsgang ein, spanne die Moorings und justiere mit Hilfe der Achterleinen den Abstand vom Heck zum Pier
Ablegen mit Heck vom Pier (mit Mooringleinen am Bug)
- Stromkabel und Gangway verstauen, Motor an.
- Länge der luvwärtigen Achterleine an den Seitenwind anpassen. Bei mehr Seitenwind eine längere Achterleine nutzen.
- Vorwärtsgang einlegen und nach vorn gehen, um beide Mooringleinen nacheinander zu lösen. Immer beobachten, was passiert.
- Lee-wärtige Achterleine einholen.
- Luv-wärtige Achterleine auf Slip in die Hand nehmen, mit Vorwärtsgang und langsamen slippen aus der Box fahren. Versetzt der Seitenwind das Schiff zu stark, die Leine kurz festsetzen und eindampfen. Man will weg von der Pier aber das seitliche Versetzen des Schiffes muss verhindert werden
PS: Wenn ich mich bei einem Einhand Ableger nicht wohl fühle, lasse ich auch schon mal den Nachbarn den Vortritt ;-) oder warte bis der Wind mal kurz nachgibt. Da man allein mit einem großen Boot schon etwas „behindert ist“, halte ich das für keine „Schande“.
Seitlich Anlegen / Ablegen
Das Schiff ist entsprechend gefendert. Eine kurze Leine an der Mittelklampe ist vorbereitet, Bug- und Heckleine liegen wurf- und übergabebereit.
Anlegen bei ablandigem Wind
- Variante 1: Mit dem Heck gegen den Wind an den Steg heranfahren und eine Heckleine ausbringen.
- Variante 2: Schiff längsseits nah an die Pier heranbringen und die Heckleine auswerfen oder übergeben.
- Mit dem Vorwärtsgang das Schiff an den Steg bringen bzw. halten
- Nun die Vorleine ausbringen
Variante 3 – ich lege das Schiff an der Mittelklampe auf Slip. Dazu muss die Verbindung von Mittelklampe zur Verbindung am Steg so kurz wie möglich sein. Gelingt das, können Vor- und Achterleine ausgebracht werden.
Die Verbindung von Mittelklampe zum Steg ist eine Art Drehpunkt. Ist diese Verbindung zu lang, kann Wind oder Strom das Vor- oder Achterschiff sehr unsanft gegen den Steg drücken. Besonders das Vorschiff was vorn oft nur leicht befendert wird, bekommt dann üble Kratzer ab.
Springs belege ich nur, wenn ich länger bleiben will oder die Bedingen unangenehm sind.
Ablegen bei ablandigem Wind
- Bugleine lösen, während der Vorwärtsgang und die fixierte Heckleine das Schiff am Steg halten. Bug vom Steg wegklappen lassen und den Vorwärtsgang wieder einlegen.
- Trägt der Wind das Schiff zu schnell raus, kann man jederzeit in die geslippte Heckleine wieder eindamfen und den Vorgang so gut kontrollieren.
Anlegen bei auflandigen Wind
Auflandiger Wind erleichtert das Anlegen, kann aber das Ablegen komplizieren. Rückwärts eindampfen in die achterliche Spring ist eine Möglichkeit abzulegen.
Ablegen bei auflandigem Wind
Rückwärts Eindampfen in die luvwärtige Achterleine ist ebenfalls möglich. Vorwärts eindampfen in die Vorspring halte ich nicht für machbar.
Wie mache ich allein an einer Boje fest?
Dieses Manöver habe ich vor vielen Jahren in einem Yacht-Heft zum Thema Hafenmanöver entdeckt. Rückwärts gegen den Wind eine Boje anzufahren ist kontrollierbar, da Yachten rückwärts gut im Wind stehen.
Rückwärts Fangen!
- Kurze Heckleine auf der Klampe bereit machen und aussen um den Bugkorb herum ins Cockpit führen
- Boje rückwärts anfahren
- Wenn man die Boje fast erreicht hat, nur mit dem Leerlauf bzw. dem Vorwärtsgang „bremsen“ und nicht aufstoppen! Stoppt man auf, vertreibt die Boje und man muss noch mal anfahren.
- Kurz runter zur Boje bücken (bitte nicht reinfallen), die Leine an der Boje durchziehen und schnell zur Heckklampe bringen und sie belegen.
Das schnelle Belegen ist um so wichtiger, je mehr Wind weht. Hat man die Leine durch die Boje gezogen und der Wind fängt an das Schiff langsam wegzuschieben, hat man zum sicheren Belegen nur noch wenig Zeit.
Es gibt Situationen in denen die gewünschte Boje nicht rückwärts gegen den Wind angefahren werden kann. Zum Beispiel weil sie zu nah am Ufer liegt. Dafür gibt es noch eine andere Möglichkeit. Du musst dafür aber wissen, wohin dein Heck zieht, wenn du den Rückwärts-Gang einlegst. Beim Salty ist das Backbord.
Also fahre ich die Boje langsam vorwärts an, so dass sie langsam an meiner Backbord Bordwand vorbeigleitet. Kurz bevor sie an Heck auftaucht, stoppe ich mit dem Rückwärts-Gang auf. Das Heck wird vom Radeffekt mittig vor die Boje gezogen und ich kann meine Leine anbringen.
Boje zur Bugklampe verholen
Wenn die Boje an der Achterklampe fest ist, muss man eine lange Bugleine zum Heck bringen und ebenfalls durch die Boje ziehen. Die Heckleine langsam fieren, während man die Boje mit der Bugleine nach vorn zieht.
Ist zu viel Wind, um in einer Hand zu fieren und in der Anderen zu ziehen, könnte man das Schiff auch an der Achterleine hängen lassen und zur Entlastung noch die zweite Achterklampe belegen.
Einbinden einer zweiten Vorleine
Es ist wichtig, immer eine zweite Vorleine in die Boje einzubinden. Bei schlechtem Wetter ist es besser, beide Leinen unter der Boje zu befestigen. Scheuert eine Leine durch, hält die Andere.
Da man ältere Bojen oft schlecht vom Vordeck aus anheben kann, um unter der Boje eine Leine durchzuziehen, bereite ich die zweite Leine an Deck vor und hänge das Ende so, dass ich es vom Wasser aus greifen kann. Ich springe dann ins Wasser, kontrolliere die Boje und binde die zweite Leine ein. Das lose Ende werfe ich hoch an Deck belege die Klampe, wenn ich zurück an Deck bin.
Ein Tip zum Ablegen von der Boje
Hast du zwei Leinen an der Boje, kannst du vor dem Ablegen die Leine, die Du unter der Boje eingebunden hast, einholen. Sollte das etwas klemmen oder verwurschtelt sein, kannst du die Sache entspannt lösen, denn du hast ja noch eine 2. Leine fest.
Danach machst du dich klar zum Ablegen und den Motor an.
Jetzt hast du die Herausforderung, dass du am Bug bist und eine lange Leine durchziehen musst, während hinten keiner ist. Hast du die Leine also von der Bugklampe gelöst und bist gerade dabei sie durchzuziehen, könnte dein Schiff (abhängig vom Wind) schon abgetrieben werden. Am Steuer ist ja niemand, da kurz mal einkuppeln kann, damit das Schiff auf Position bleibt. Wenn möglich versuche ich daher die letzte Bojenleine über den kurzen Weg rauszuziehen, indem ich den eingebundenen Palstek an der Klampe löse und vom langen Ende her die kurze Leine einhole. Da ist man wesentlich schneller zurück am Ruder.
Quellen, Tipps und Links zum Weiterlesen
Hafenmanöver Schritt für Schritt. Ein Klassiker von Lars Bolle und Klaus Andrews , 01.08.2024




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