12. Juli, Solta – Ablegen aus der Marina Marchi

Heute starte ich gemütlich gegen 09:45 Uhr aus der Marina Marchi. Neben mir liegt ein kroatisches Schiff, und ich hatte ihm Hilfe beim Auslaufen angeboten, da die Schiffe hier extrem eng zusammen lagen. Der Kroate benötigte dann doch ziemlich viel Unterstützung. Er hat die falsche Achterleine gelöst und treibt voll auf mich drauf. Seine Frauen versuchten meine Reling zu verbiegen um ihr Boot abzuhalten. Ich musste etwas lauter werden und eingreifen, um die Situation zu klären. Ich hielt ihn an seinem Bugkorb bis zur vordersten Position meines Schiffes, was ihm letztendlich half. Sie bedankten sich für meine Hilfe.

Der Abschied von Maslinica fällt mir heute leicht, denn es ist an der Zeit, nach Hause zurückzukehren. Die Segel sind gesetzt, und ich mache mich auf den Weg nach Kaprije Süd.

Die Überfahrt verläuft angenehm.  Ich kann mehr als 3h Segeln und ich erreiche gegen Mittag das Bojenfeld in Kaprije Süd. Die Bucht begrüßt mich mit kristallklarem Wasser und einer entspannten Atmosphäre. Ich finde schnell einen freien Platz und mache das Schiff fest.

Der Nachmittag ist dem Schwimmen und Ausruhen gewidmet. Das Wasser ist erfrischend und einladend. Nach dem Baden bereite ich ein einfaches Mahl zu und genieße die Ruhe der Bucht. Kaprije Süd ist ein schöner und erholsamer Zwischenstopp.

13. Juli, Rückkehr nach Olive Island

Der heutige Tag beginnt früh, da ich gegen 08:00 Uhr von meinem Bojenplatz in Kaprije Süd ablege. Mein Ziel ist Olive Island, da ich meine Rückkehr im Hafen bereits angemeldet habe. Ich bin etwas aufgeregt, ob alles klappt.

Der Wind ist heute schwach, und die Überfahrt verläuft größtenteils unter Motor. Mein erster Tankversuch in Biograd erweist sich als erfolglos, da die Tankstelle mit Minibooten verstopft ist – es ist Samstag, und jeder will hinaus auf das Wasser. Daher setze ich meinen Kurs nach Preko fort, wo ich hoffe, tanken zu können. Das wird allmählich etwas kritisch, da mein Boot keine Tankanzeige hat und ich den Tankinhalt durch das Zählen der Motorstunden abschätze.

In Preko angekommen, versuche ich an der Tankstelle festzumachen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Piers liegt eine große Luxusyacht, aber niemand kommt mir entgegen, um eine Leine abzunehmen. Bei Kroaten hilft oft ein lautes Wort ;-). Ich werde also laut und schreie rüber, woraufhin sich die Besatzung der Luxusyacht bewegt und der Kapitän meine Achterleine festsetzt. So kann ich bequem anlegen.

In Olive Island angekommen, ist mein ursprünglicher Liegeplatz an eine andere Yacht vergeben worden, und ich muss vorerst woanders anlegen. Antonio, der Marinero, hat anscheinend etwas verwechselt. Aber das ist kein Problem – Hafenmanöver sind für mich als Einhandsegler inzwischen Routine ;-)

Ich bin sehr froh, dass ich die Strecke von etwa 378 Meilen als Einhandsegler geschafft habe. Ich konnt leider nur 30% der Zeit segeln. Ich habe viele neue Orte entdeckt, mich durch die Hitze gekämpft und durch die vielen Charterboote gewurstelt. Außerdem habe ich viele nette Leute kennengelernt, mit denen ich gern Kontakt halten möchte.

Es wird jetzt wirklich Zeit, mich von meiner Mutti zu verabschieden.

Am 14.07. verlege ich noch den Salty an seinen Liegeplatz, räume das Schiff aus, fahre alles runter  und bereite die Rückfahrt vor. Am 15.07. um 0700 bin ich auf der Fähre zu Festland.