Für einige grössere Reperaturen muss Saltydog diesen Winter mal ins „Trockendock“. Die Abdichtung der Welle muss erneuert werden und für das alte Volvo QL Bugstrahlruder gibt leider keine Ersatzteile mehr. Die Liste ist lang. Da wir mit dem Schiff einige Jahre in Italien in der Marina Punta Gabbiani lagen und dort noch viele Firmen kennen, wollen wir im Oktober von Ugljan nach Norden aufbrechen.
Der Törn
Für die 150 Meilen nach Italien benötigt man entspannt nur 4 Tage. Von Ugljan / Zadar geht es zunächst nach Norden, vorbei an Silba, Olib, Ilovik, Mali Lošinj, Unije und Susak. Dann kommt ein Sprung über den Kvarner auf die Südspitze von Istrien nach Pula. Ab Pula kann man der istrischen Küste folgen, bis etwa nach Novigrad. Von dort ist es dann noch mal ein Sprung über den Golf von Triest. Hat man die Ansteuerung von Lignano „gefunden“, muss man nur zwischen all den Dalben, seinen weg bis in die Punta Gabiani finden.

Die Logistik drum herum
Leider ist beim Segeln die Logistik manchmal schwieriger, als der Törn selbst. Diesmal parke ich mein Auto am Ziel in der Punta Gabbiani in Italien. Von dort geht es mit Goran (einem kroatischen Fahrer von Daytrip, statt mit Taxi, Bahn, Flixbus und Speedfähre) in 5 Stunden direkt nach Zadar. Ich habe diesmal Daytrip gewählt, da die Speedfähre von Pula nach Zadar wegen Bora nicht auslaufen konnte. Ein sehr kurzweiliger Trip, da Goran und ich uns wirklich gut verstanden haben.
Von Zadar fuhr dann einer Fähre zur Insel Ugljan, wo der “Saltydog“ in der Olive Island Marina gerade seinen Heimathafen hat. Einen Tag später kam dann mein Freund Reiner aus Bonn dazu. Wir nehmen den Törn als Gelegenheit mal wieder gemeinsam zu Segeln.
Wie war es?
Wir hatten eine schöne, herbstliche Überfahrt mit Sonne, Regen und am Ende auch noch mal Wind. Im Kanal von Ilovik waren wir bei sonnigen 21 Grad auch noch mal schwimmen.
Tag 1 – Olive Island – Bojenfeld Ilovik, 21.10.2024
Wir starten zeitig. Machen zur Sicherheit in Preko den Tank noch mal voll. Und dann geht es nach Norden. Es ist herrliches Sommerwetter bei 22 Grad, nur kein Wind.
Ilovik ist eine einer kleinen Insel vor Mali Lošin mit einem riessigen Bojenfeld was ganzjährig ausgelgt ist. Ideal für Transfers, wenn man mal eine Pause benötigt. Wir waren hier schon öfter. Die „Olivia“ meine Konoba der Wahl hat leider schon Winterpause. Wir kochen an Bord.
Tag 2 – Ilovik – Marina Polesana – Pula, 22.10.2024
Eigentlich wollten wir nach Überquerung des Kvarners wieder eine Boje in der Uvala Soline (bei Veruda) nehmen. Leider waren am 22.10.2024 aller Bojen schon abmontiert. Da Ankern verboten und auch zu riskant ist (wegen der Betonblöcke), beschliessen wir die neue Marina Polesana in der Bucht von Pula mal auszuprobieren. Wir kommen bei leichten Wind gut an den Steg und werden von zwei nette Marinieros empfangen.
Da der Landstrom nicht gleich geht, drücke ich einen Knopf am Steg, der wie eine Sicherung aussieht. Leider war es der Feueralarm. Nun dauert es 2-3 Stunden bis wir den kaputten Schalter überreden können, nicht ständig die Sirenen zu starten. So ein Mist. Aber die Marineros sind immer noch freundlich und wir basteln bis die Sirenen verstummen ;-)
Tag 3 – Marina Polesana Pula – Vor Anker in der Uvala Dalia, 23.10.2024
Wir machen wieder früh gegen 0700 los und wollen in Novigrad an die Boje. Ein letztes schönes Abendessen im Gatto Nero. Aber ach, auch das Gatto Nero hat die Saison schon beendet. Also fahren wir noch ein Stück weiter nach Norden und Ankern in der Dalia Bucht. Anker halten dort wie Bombe ;-)
Tag 4 – Uvala Dalia – Marina Punta Gabbiani, 24.10.2024
Heute sind wir in froher Erwartung. Wenn wir etwas nördlich von Umag aus der Landabdeckung heraus kommen, erwartet uns Wind. Viel Wind. Es ist Bora.
Da die Reise bisher relativ windstill war bereiten wir uns vor. Freuen uns drauf. Da es auch richtig regnet, ziehen wir unser Zeug an und machen los. Anker auf.
Zunächst sieht es so aus, als wenn der Wind uns nicht reichen wird. Wir setzen alles damit wir voran kommen. Dann, mitten auf dem Golf von Triest braust die Bora dann ganz schön auf. Wir haben konstante 17kn und in den Böen kommen wir in die 20er. Auch haben wir inzwischen gut 2 Meter Welle. Salty läuft in Spitze auch mal 9 kn. Das habe ich lange nicht gesehen. Wir gehen zügig ins Reff 2 und laufen immer noch 7-8 kn.
Reiner und ich wechseln uns jetzt ab. Einer steht oben Wache und der andere döst in Bereitschaft unten im Salon und geniesst das rollen in der Welle ;-)
Irgendwann, die 20 Meilen über den Golf sind rasend schnell verflogen, stehen wir an der Ansteuerung von Lignano. Wir nehmen die Segel runter, Tanken in Capo Nord und suchen unsern Pfad durch die Buhnen.
Im Hafen angekommen ist der Wind mächtig abgeflaut. Wir haben nur noch 7kn Wind. Entspannt machen wir in der Nähe des Kranes fest. Es ist Donnerstag Abend und wir haben den Krantermin erst nächsten Dienstag. Es bleiben also 4 Tage, um das Schiff winterfest zu machen und noch etwas die italienische Lebensart zu geniessen.

Salty kommt aus dem Wasser, 29.10.2024
Es ist Dienstag 0830. Wir haben alles für die Rückreise vorbereitet. Alle Aufträge für die Winter-Reparaturen sind erteilt. Wir hatten am Wochenende noch Zeit für einen Ausflug nach Grado und nach Aquileia (dem alten römischen Hafen).
Die Marineros machen wie immer beim Kranen einen guten Job. Es beeindruckt mich jedes mal, wieviel Zeit sich sich nehmen, das Schiff richtig aufzubocken.
Na ja, jetzt heisst es Abschied nehmen und flott nach Hause zu fahren. Ich habe am Wochenende Klassentreffe ;-)




















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