29.07. Erfahrungen, Herausforderungen und eine Portion Frustration
Trotz des Missgeschicks habe ich hervorragend geschlafen. Ich war nach dem anstrengenden Segeltag und dem Tauchen völlig erschöpft. Boris hat sein Versprechen gehalten und ist pünktlich um 08:00 Uhr mit dem Taucher Diego am Schiff. Sie bringen alles Notwendige mit, einschließlich eines Messers.
Diego wirft einen schnellen Blick unter das Boot und zieht die Leine ohne Mühe heraus. Ich bin erleichtert – weder Tau noch Propeller sind beschädigt. Um sicherzugehen, überprüfe ich alles selbst noch einmal. Ich starte den Motor, kupple ein und alles läuft wie am Schnürchen. Ein echtes Wunder.
Boris war fair, und wir haben uns gut verstanden. Ich zahle dem Taucher 100 EUR und an ihn 40 EUR für den Liegeplatz, und kann in Frieden weiterziehen.
Um 09:30 Uhr lege ich von der Boje ab. Der Wind kommt aus SW und steht gegen mich – morgen wird er noch stärker wehen. Deshalb entscheide ich mich, zur Insel Vis zu segeln und dort einen Tag abzuwarten. Ich plane, in der großen Bucht Vista Luka im Norden von Vis zu übernachten, da man dort bei SW- bis W-Wind gut geschützt liegen sollte. Ich hätte gerne früher gestartet, aber ich hoffe, dort noch eine Boje zu bekommen.
Der SW-Wind setzt erst gegen 13:00 Uhr richtig ein. Er reicht aus, um gemütlich mit 4 Knoten Fahrt zu machen. In den letzten zwei Stunden nutze ich nur das Vorsegel und etwas Motorunterstützung, da ich vor Einbruch der Dunkelheit ankommen möchte.
Gegen 19:30 Uhr erreiche ich die große Bucht. Leider frischt der Wind beim Festmachen an der Boje auf West mit 14 Knoten auf, was das Bojenfangen erschwert. Es gelingt mir dennoch, alles zu sichern. Ich muss auch ins Wasser, um die zweite Leine zu befestigen, aber das reicht für heute.
Insgesamt fühle ich mich vom Einhand Segeln etwas gestresst und frustriert. Die große Bucht, der starke Wind und die Einsamkeit machen mir zu schaffen. Gegen 21:00 Uhr koche ich mir Spaghetti, esse mehr, als ich sollte, und gehe schlafen. Morgen ist ein neuer Tag.
30.06., Schutz vor Starkwind, Frühshoppen und ein Landgang
Am Morgen sieht die Bucht doch recht hübsch aus. Der Wind hat gedreht und weht nun mit 20-24 Knoten aus SO. Da ich gegen den Wind segeln müsste, mache ich es mir an der Boje bequem und lasse mich ausruhen. Als sich das Bojenfeld später am Morgen leert, überlege ich, etwas näher ans Land zu verholen, aber mein Bedarf an Starkwind-Anlegern ist vorerst gedeckt.
Trotzdem muss ich die Leinen an der Boje neu sortieren und eine zusätzliche Sicherungsleine befestigen. Alles ist total verwurschtelt, und Salty hängt schief an der Boje. Bei 25 Knoten Wind sind mindestens drei Tauchgänge nötig, um die Situation in den Griff zu bekommen.
Der Rest des Vormittags vergeht mit einem Frühschoppen, Schlafen und der Hoffnung, dass der Wind nicht noch stärker wird. Um auf Nummer sicher zu gehen, packe ich das Bimini weg, damit es nicht wegfliegt.
Der Gedanke, das Dinghy bei diesem Wind klarzumachen, graut mir. Allein ist es eine Herausforderung, das Spifall zu bedienen und das Dinghy gleichzeitig sanft über die Reling zu hieven. Das Dinghy ist viel zu groß und schwer für mich allein. Und der Benziner? Auch das ist eine Herausforderung, die ich noch nie allein bewältigt habe.
Trotz aller Schwierigkeiten schaffe ich es, gegen 18 Uhr an Land zu kommen. Es überrascht mich, wie viele Schiffe rückwärts an der Kaimauer liegen. Ich entscheide mich für das Restaurant Lola zum Essen – ein echter Höhepunkt des Tages. Das mediterrane Ambiente auf drei Ebenen und die spanisch-israelisch-kroatische Küche sind fantastisch. Ich genieße das Essen und lasse den Abend ruhig ausklingen.
Anschließend mache ich eine Hafenrunde durch das belebte Touristengetümmel und kehre mit dem Dinghy zurück zum Boot. Es war ein schöner Ausflug.
Das Heben des schweren Dinghis bei 17 Knoten Wind und das Einhand tragen des Benziners sind echt anstrengend.
Ich gehe noch einmal ins Wasser, um mich abzukühlen, dusche und genieße den Blick auf die Bucht un die Jazz Musik die von gegenüber herüberschallt.
Für morgen plane ich, in den Hafen Vela Luka auf Korčula’s Westseite anzulaufen. Ich habe bereits reserviert, um mich aufgrund des schlechten Wetterberichts in einem Hafen ausruhen zu können.




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